Worauf kommt es beim Flirten an?

Die Silvesterparty `84 sollte mein weiteres Leben und auch das vieler anderer Leute bestimmen. Einer meiner Freunde hatte einen Bericht über eine chaotische amerikanische Flirtschule gelesen und präsentierte diese Thema mit viel Ironie meinen Partygästen. „Das wär‘ doch was für dich“, rief einer mit daraufhin unter Gelächter zu: „Flirtschule Peter Hollinger!“ Der Partyscherz ließ mich nicht mehr los: Ich war von dieser Idee plötzlich so überzeugt, dass ich intensiv mit dem Thema befasste. Anderen das Flirten beizubringen und dabei selber Spaß zu haben – das war´s!

Was macht einen guten Flirt aus? Gute Flirterinnen und Flirter zeichnen sich durch ihr spontanes und aufgeschlossenes Verhalten aus. Leute, die schnell ihrer Fantasie folgen, vermitteln ihrem Flirtpartner Gefühle, die sie als aufregend-erotisches Prickeln mit ungewissem Ausgang spüren. Die Atmosphäre knistert eben besonders stark, wenn sich zwei Menschen Sekundenbruchteile länger ins Auge sehen als es unserer gesellschaftlichen Norm entspricht.

Die Fähigkeit zu spontanem Verhalten hält sich bei Vielen leider in engen Grenzen. Dies bestätigen mir Erlebnisse und Erfahrungen beim Flirt-Coaching. Da wird zu lange und zu oft auf  d i e  günstige Chance gewartet, die dann so meistens doch nicht kommt. Häufig findet eine Suche nach Programmen statt, wie sie schließlich auch im Beruf als sichere Stütze vorgefunden wird. Das unmittelbare Ausleben von Gefühlen, Bedürfnissen und Trieben nicht einer trägen und sogar bequemen Starrheit weichen, die das Zugehen auf andere erheblich erschwert.

In einer TV-Sendung diskutierte ich mit einer Verhaltensforscherin, ob das Anbandeln zu einem wie auch immer gearteten Ziel führen darf. Es darf! Spontaneität und Zielbewusstsein müssen sich nicht widersprechen. So fühlte sich etwa eine Coachingteilnehmerin beim Anblick eines coolen Manns, der in einem Klamottenladen einen Pulli anprobiert, zu einem Lächeln hingerissen. Über die Farbe diese „tragenden Teils“ entwickelte sich ein solch prickelndes Gespräch, dass sich unsere Flirtfrau dazu entschloss, schon nach einer Minute, ihm den Austausch ihrer Handy-Nummern vorzuschlagen. Zwei Tage später ruft sie ihn an und vereinbart mit ihm ein date in einer Tageskneipe. Ihr  Z i e l ist somit erreicht: ihn näher kennenzulernen. Ein Flirt k a n n also zielgerichtet sein, muss es aber nicht. Denn es hätte schließlich beim ersten spontanen Blickkontakt incl. Lächeln bleiben können.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.